Charta für das Berliner Stadtgrün – Keine Perspektive für Urbane Gärten?

Begegnungsorte in der Nachbarschaft, Räume der Umweltbildung und der Partizipation, ein fortschrittlicher Beitrag zur Umweltgerechtigkeit, nicht-kommerziell, selbstorganisiert, offen für alle:
Urbane Gärten sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der sozial-ökologischen Infrastruktur Berlins und selbstverständlich auch des Berliner Stadtgrüns. Sie sind Freiräume, in denen diskutiert, ausgehandelt, ausprobiert und praktiziert wird, was in der Stadt von morgen wichtig sein wird.

Die Zukunft des gesamten städtischen Grüns wird aktuell neu verhandelt. Mit einem Senatsbeschluss im August 2018 startet der Prozess der „Charta für das Berliner Stadtgrün“.

Die Antwort auf die Frage nach der Zukunft der rund 100 Urbanen Gärten Berlins wird dabei vorweggenommen: Das von der Senatsverwaltung vorgelegte Impulspapier zum Charta-Prozess reduziert die Urbanen Gärten auf ihr Potential als „Zwischennutzungen“. Doch Zwischennutzungen stellen angesichts des stadtweit zunehmenden Flächendrucks kein Potential dar. Im Gegenteil: Mit diesem Verständnis werden die Urbanen Gärten zum Auslaufmodell erklärt und damit auch das Engagement von unten für das Grün in der Stadt. Der Senat widerspricht offen den Inhalten der Koalitionsvereinbarung sowie auch dem durch das Abgeordnetenhaus formulierten Ziel, die Urbanen Gärten Berlins in Form einer gesamtstädtischen Planung dauerhaft zu sichern.

Dieses Ergebnis jahrelanger Bemühungen um die Anerkennung der Arbeit in den Urbanen Gärten sowie deren Zukunftsperspektive macht uns wütend. Wir wehren uns gegen die Unterschlagung der Bedeutung der Urbanen Gärten sowie gegen die Reduzierung auf Zwischennutzungen im Prozess zur Erarbeitung der „Charta für das Berliner Stadtgrün" und fordern erneut eine langfristige Perspektive für alle bestehenden und kommenden Urbanen Gärten.

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